Funding Funded Projects Armut in Stadt und Land vom Ende des Alten Reiches bis zum Ersten Weltkrieg

Armut in Stadt und Land vom Ende des Alten Reiches bis zum Ersten Weltkrieg

Das Fürsorgewesen, Wohltätigkeit und Bedürftigkeit sowie der Umgang damit sind richtungsweisend für die Selbstdeutung sowohl vormoderner als auch postmoderner Gesellschaften.

Am Beispiel der ehemaligen Reichsstadt Augsburg und einiger mittelschwäbischer Ortschaften – allesamt geprägt und wirtschaftlich getragen von der Textilindustrie – untersucht Prof. Rolf Kießling von der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte in Augsburg den Wandel im Umgang mit Armut. Darüber hinaus wird analysiert, inwieweit der Wandel im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung mit ihren gesellschaftlichen Implikationen ausgelöst wurde.
Dazu werden die kommunale und private Armenfürsorge sowie die Bedürftigkeit armer Leute betrachtet. Des Weiteren werden am Vergleich von Stadt und Land die sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Wesensunterschiede und Kongruenzen in der Armenpolitik aufgezeigt. Die Schnittstelle dieser Betrachtungsebenen zeigt die Überlebensstrategien armer Leute in Stadt und Land. Anhand der Strategien werden schließlich die Grenzen der Zugehörigkeit entweder als Teilhabe an der Gesellschaft oder aber als Ausschluss von ihr genauer markiert.
Im Wesentlichen wird dabei Archivmaterial ausgewertet. Dazu dienen Quellen aus den Stiftungs- und Verwaltungsakten der Fuggerei in Augsburg ebenso wie Daten aus verwaltungstechnischen Aufnahme- und Abhörbögen Bedürftiger, welche in der Fuggerei eine Wohnung erhalten wollten. Durch die Auswertung der unterschiedlichen Quellen erfolgt im Rahmen dieses Projektes eine methodische Verbindung von Regional- und Mikrogeschichte, welche anhand des Fürsorgewesens und der Wohltätigkeit auf der einen und Bedürftigkeit und Überlebensstrategien auf der anderen Seite veranschaulicht wird.

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