Funding Funded Projects Investigation of therapy-induced senescence and concomitant immune response in metastatic liver cancer

Investigation of therapy-induced senescence and concomitant immune response in metastatic liver cancer

Leberschäden durch chronische Entzündungen oder Alkoholmissbrauch bereiten häufig den Boden für Leberkarzinome, insbesondere für hepatozelluläre Karzinome.

Hepatozelluläre Karzinome (HCC) gehören zu den weltweit mit am weitesten verbreiteten bösartigen Tumoren und werden in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Nur in sehr frühen Stadien besteht überhaupt noch eine Chance auf operative oder medikamentöse Erfolge bei HCC-Patienten. Die Rezidivrate, d. h. die Häufigkeit des Wiederauftretens der Erkrankung nach temporär erfolgreicher Behandlung, bei diesem Karzinomtyp ist hoch, und viele Patienten zeigen Resistenzen gegen das bisher erfolgversprechendste Medikament, den Tyrosinkinasehemmer Sorafenib.
Die Entdeckung sogenannter seneszenter Zellen eröffnet neue Chancen, den Krebs zu bekämpfen. Eine außer Kontrolle geratene Zelle kann nicht nur das Selbstmordprogramm aktivieren, sondern sich auch in eine Art Ruhezustand versetzen, in dem sie sich nicht mehr teilt und damit auch nicht unkontrolliert vermehren kann. Der Stoffwechsel einer solchen im Zellzyklus arretierten Zelle setzt unter anderem noch eine Vielzahl von Botenstoffen frei, über die Immunzellen angelockt und Immunreaktionen hervorgerufen werden; letztere sorgen dann dafür, dass diese ruhende Zelle eliminiert wird. In einen solchen Ruhezustand können Zellen sowohl durch Onkogene, als auch durch Chemotherapie und Bestrahlung versetzt werden. Dementsprechend unterscheidet man eine onkogen-induzierte (OIS) von einer therapie-induzierten Seneszenz (TIS).
Der Wirkmechanismus der TIS, der trotz bereits entwickelter Pro-Seneszenz-Präparate noch weitgehend unbekannt ist, steht im Projekt von Dr. Yevsa im Vordergrund. Welches Potential die Seneszenz als Schutzprogramm gegen Tumoren hat, hat sich bereits in Vorversuchen angedeutet, in denen auch klar wurde, dass das Immunsystem entscheidend dazu beiträgt, die Bildung von Leberkarzinomen aus vor-geschädigten Hepatozyten zu unterbinden. Offenbar sind Zellen im Zustand der Seneszenz für das Immunsystem leichter erkennbar und unterliegen einem permanenten Überwachungsprogramm, das verhindern soll, dass sich Zellen weiter verändern und zu Krebszellen entwickeln – das sogenannte Senescence-Surveillance-Programm. Darüber hinaus ist weiterhin bekannt, dass die Tumorzellen ihrerseits Strategien entwickelt haben, die Kontroll- und Abwehrmechanismen des Immunsystems zu umgehen.
Für die Untersuchungen der therapie-induzierten Seneszenz greift Dr. Yevsa auf Mausmodelle mit verschiedenen Typen von Leberkarzinomen zurück. Welche Folgen die TIS für die Metastasierung hat, wird dabei vor allem an einem Modell für das Gallengangskarzinom untersucht. Um die Effizienz und Sicherheit beim klinischen Einsatz der künstlich induzierten Seneszenz zu erhöhen, bestimmt Dr. Yevsa zunächst die Wirksamkeit verschiedener bereits bekannter Pro-Seneszenz-Therapeutika im Gewebe von Primärtumoren und Metastasen in vitro und in vivo. Dabei wird genau untersucht, wie gut und mit welchen Dosen man entsprechende Zellen in eine stabile Seneszenz überführen kann und wie die Reaktion des Immunsystems darauf aussieht. Ausgehend von den Erkenntnissen aus diesen Untersuchungen sollen dann Strategien entwickelt werden, um vor allem bei fortgeschrittenen Tumoren die jeweiligen Aktivitäten des Immunsystems zur Eliminierung seneszenter Tumorzellen stärker anzuregen. In einem letzten Arbeitspaket sollen andere Krebsmodelle, vor allem das eingangs erwähnte hepatozelluläre Karzinom, in die Untersuchung miteinbezogen und die Befunde aus den diversen Versuchsansätzen miteinander verglichen werden.

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