Jean Pauls sämtliche Werke, Briefe an Jean Paul 1815 bis 1825: Abschluss der IV. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe
Johann Paul Friedrich Richter (1763-1825) war – als einer der meistgelesenen Schriftsteller der Goethezeit – auch ein begehrter Briefpartner.
Die Gesamtausgabe seiner Briefe umfasst neun Bände; von über 400 Korrespondenten sind Briefe an ihn erhalten. Der Briefwechsel spiegelt nicht nur das Privatleben des Dichters, sondern zudem die zentralen philosophischen Streitfragen und literarischen Strömungen zwischen Klassik und Romantik und den historischen Wandel zwischen 1781 und 1825; wegen seines inhaltlichen Reichtums und der sozialen und intellektuellen Bandbreite der Korrespondenten ist er eine Quelle von literarischem und literarhistorischem Ausnahme-Rang, die zudem eine Grundlage für philosophie-, medizin-, regional- oder mentalitätsgeschichtliche Untersuchungen bildet. Das Projekt von Prof. Norbert Miller gilt der Publikation zweier Bände von Briefen, die 1815-1825 an Jean Paul gerichtet wurden. Mit ihnen wird die seit 1927 bearbeitete historisch-kritische Ausgabe von Jean Pauls ‚Sämtlichen Werken‘ (insgesamt über 40 Bände) zu einem Abschluss kommen.
Band 7 und 8, die Gegenstand dieses Projekts sind, enthalten die Briefe an Jean Paul 1815-1819 und 1820-1825. Es handelt sich um ca. 600 Schreiben von Korrespondenten früherer Bände und einigen neu hinzukommenden (W. Alexis, A. von Arnim oder L. Tieck). Als Vorarbeiten sind – außer der Transkription der Briefe – bereits geleistet: die Datierung und Zuordnung undatierter Schreiben; Erstellung einer online abfragbaren (und mit jedem erschienenen Band ergänzten) Datenbank des Registers der Briefe von und an Jean Paul (5.260 bzw. 2.240 Datensätze, daneben Kontextautographen mit 3.920 Datensätzen). Außerdem wurden in der Datenbank gesammelt: bio- und bibliographische Angaben zu Briefpartnern und anderen für die Korrespondenz bedeutsamen Personen (1.120 Datensätze); Literatur von und zu diesen Personen (2.300 Datensätze); Kalender, Matrikeln, Literatur zur Regionalgeschichte.
Das Projekt wird – bei der vorgesehenen Laufzeit bis 2013 – in das Jubiläumsjahr von Jean Pauls 250. Geburtstag hineinreichen. Die Vollendung der ‚Sämtlichen Werke‘ träfe dann absehbar auf ein Interesse der Öffentlichkeit, das weit über den akademischen Kreis hinausreicht.
Hier finden Sie nähere Informationen:
http://www.bbaw.de/forschung/jean_paul/uebersicht