Funding Funded Projects Legitimitätsüberzeugungen, Engagement und Widerspruch bei Organisationen der funktionalen Selbstverwaltung – Die Handwerkskammern

Legitimitätsüberzeugungen, Engagement und Widerspruch bei Organisationen der funktionalen Selbstverwaltung – Die Handwerkskammern

Ausgangspunkt des Projekts von Prof. Detlef Sack sind die Ausdifferenzierungen von Kom­petenzen, Ressourcen und Legitimitätsansprüchen in Europa sowie das veränderte Kräfteverhältnis von Staat, Markt und Zivilgesellschaft.

Im Kontext dieser sich verändernden Staatlichkeit und neuer Governance-Strukturen stehen auch etablierte Formen der funktio­nalen Selbstverwaltung unter Anpassungsdruck. Ihre normative Bewertung, ihre Funktionsweise und Stabi­lität korrelieren nicht zuletzt mit der Unterstützung oder Kritik ihrer Mitglieder.
An der Universität Bielefeld entwickelt Prof. Sack mit seinem Projekt eine Typologie jener Legitimitätsüberzeugungen, mit denen Mitglieder von Organisationen der öffentlich-privaten Selbstverwaltung ihre Aktivitäten rechtfertigen bzw. kritisieren und somit zu deren Stabilität oder Transformation beitragen. Dabei werden die deutschen Handwerkskammern als historisch-etablierte Selbstverwaltungseinrichtungen in den Blick genommen.
Die Forschungstätigkeit zum Transformationsprozess in etablierten Formen der funktionalen Selbstverwal­tung hat sich bislang insbesondere auf die Sozialversi­cherungen und Hochschulen gerichtet, während den Wirtschaftskammern keine vergleichbare Aufmerksamkeit zuteil wurde.
Diese wissenschaftliche Lücke will das Projekt schlie­ßen, indem es die Handwerkskammern als traditio­nelle Erscheinungsform der öffentlich-privaten Selbst­verwaltung dahingehend untersucht, wie diese sich „modernisieren“, sich also in dem derzeitigen Wandel von Staatlichkeit anpassen, stabilisieren und graduell transformieren. Dabei werden die Legitimitätsüberzeugungen der Mit­glieder als wesent­liches Element der Beharrung oder Veränderung von Wirtschaftskammern begriffen. Als Forschungsgegen­stand sind hier die Narrationen von Be­deutung, in denen die Mitglieder ihre institutionsbe­zogenen Aktivitäten in affirmativer oder ablehnender Weise auf die Regeln von organisierter Selbstverwal­tung mit Pflichtmitglied­schaft beziehen.

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