Ökonomische und soziale Determinanten von politischen Einstellungen in Deutschland und Großbritannien
Das Projekt zielt auf neue Erkenntnisse zu den ökonomischen und sozialen Determinanten von Umverteilungspräferenzen, der Haltung zur Immigration, der Parteipräferenzen und des Wahlverhaltens.
Aus ökonomischer wie aus politikwissenschaftlicher Perspektive soll unter Heranziehung einer umfangreichen Datenbasis eine empirische Fundierung der kausalen Prozesse vorgenommen werden, die im Verlauf eines Lebens die individuelle politische Meinungsbildung prägen.
Das Projekt gliedert es sich in drei verwobene Projektstränge.
Mit dem Titel "The Dynamics of Preferences for Redistribution" wird im ersten Teil zum einen nach den Gründen der weitgehenden Akzeptanz umverteilender Besteuerung und zum anderen nach dem Einfluss der sich wandelnden ökonomischen und sozialen individuellen Situation auf die Umverteilungspräferenzen gefragt. Wie werden sie durch den familiären Hintergrund beeinflusst und welche Rolle spielen im Vergleich die weiteren Dynamiken der individuellen Lebensentwicklung, etwa die individuellen Errungenschaften, der erreichte Wohlstand, die Arbeit, das Einkommen?
Unter dem Titel "Attitudes towards Immigration" fragt das Projekt nach dem Zusammenhang zwischen politischer Präferenz und der Haltung gegenüber Immigration. Jüngst haben die sozialen und ökonomischen Implikationen der Immigration zunehmend die öffentliche und wissenschaftliche Debatte geprägt, regelmäßig finden sich in der politischen Diskussion und in Wahlkampagnen Vorschläge für eine striktere Einwanderungskontrolle und Gesetzgebung.
Der dritte Projektstrang "Political Party Affinity and Voting Behaviour" untersucht die sozioökonomischen Faktoren und Rahmenbedingungen der politischen Präferenz anhand linksgerichteter und rechtsgerichteter Parteien und deren jeweiligem Ergebnis bei verschiedenen Wahlen in Deutschland. Während in der öffentlichen Debatte regelmäßig betont wird, dass Arbeitslosigkeit geeignet ist, extremistische politische Haltungen zu fördern, ist die akademische Literatur zum Zusammenhang zwischen individueller Arbeitslosigkeit, dem allgemeinen Arbeitslosigkeitsniveau und Extremismus durchaus widersprüchlich. Eine überzeugende Empirie fehlt. Diese Lücke will das Projekt schließen.