Funding Funded Projects Ökonomische Wirksamkeit der konjunkturstützenden finanzpolitischen Maßnahmen der Jahre 2008 und 2009

Ökonomische Wirksamkeit der konjunkturstützenden finanzpolitischen Maßnahmen der Jahre 2008 und 2009

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Auswirkungen finanzpolitischer Maßnahmen auf die deutsche Konjunktur zu verstehen.

In den Jahren 2008/2009 wurden in Deutschland zwei große Konjunkturprogramme aufgelegt, um die negativen Folgen der größten Rezession seit 1950 für die deutsche Wirtschaft einzugrenzen. In der Literatur sind solche expansiven Fiskalpolitiken zur Konjunkturstimulierung grundsätzlich umstritten. Besonders die Stärke der zu erwartenden Effekte wird kontrovers diskutiert.
Für die USA liegt eine Vielzahl von Studien zur Wirkung fiskalpolitischer Maßnahmen vor, während die Zahl der Studien über Europa oder Deutschland gering ist. Da Deutschland als kleine offene Volkswirtschaft in einer Währungsunion völlig andere Eigenschaften als die USA aufweist, sind die Ergebnisse aus US-Studien im Hinblick auf eine Beurteilung fiskalpolitischer Maßnahmen in Deutschland nur bedingt aussagekräftig. Das Projekt möchte diesen Mangel beheben. Daher werden die Auswahl der finanzpolitischen Instrumente und die Transmissionskanäle, über welche die Konjunkturprogramme die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und Produktion in Deutschland beeinflussen, beleuchtet. Zudem stellt sich die Frage, wie die finanzpolitischen Maßnahmen mittel- bis langfristig fi-nanziert werden, ohne dass sich daraus negative Konsequenzen ergeben.
Der Inhalt des Projekts ist in zwei thematische Säulen – die Analyse auf aggregierter und auf disaggregierte Ebene – gegliedert.
Ziel der ersten Säule ist es, mit Hilfe vektorautoregressiver Modelle (VAR Modelle) die Auswirkungen der fiskalischen Maßnahmen auf die deutsche Konjunktur zu identifizieren und zu quantifizieren. Der Fiskalmultiplikator  ist ein Maßstab für die konjunkturstützenden Effekte fiskalpolitischer Maßnahmen. Er misst Veränderungen in der Wirtschaftsaktivität, die durch eine veränderte Fiskalpolitik verursacht wurden. Besonderer Fokus wird auf die Frage gelegt, in welchen Regimen (z. B. Rezessionsregime) es zu einer Wirkungsverstärkung bzw. einer Abschwächung der Maßnahmen kommt. Zudem wird untersucht, inwieweit konjunkturstützende Maßnahmen der Regierung über den Transmissionskanal von Unternehmenserwartungen zur Stabilisierung der Wirtschaft beitragen können.
Als zweite Säule werden basierend auf Querschnitts- und Paneldaten die Auswirkungen der Konjunkturpakete der Jahre 2008/2009 auf die Beschäftigung und auf die Einkommen der Kommunen und Länder untersucht. Der Vorteil derartiger Untersuchungen besteht darin, dass durch die Variation in der Regionalperformance bessere Möglichkeiten in der Identifikation und Quantifizierung fiskalischer Maßnahmen vorliegen. Aus diesem Grund werden die institutionellen Rahmenbedingungen des Maßnahmenpaketes in die Analyse einbezogen. Dies betrifft insbesondere die Ausdehnung der Bestimmungen zu den förderfähigen Investitionsprojekten.

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