Pilotstudie zur Evaluierung spezifischer Genverluste (SORBS2 und HOPX) als Prognosemarker ausgehend von Zellabstrichen der Zervix
Am Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) erkranken auch heute noch in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Frauen.
Der Krankheit gehen mehrere Vorstufen voraus, die sich nur in einem Teil der Fälle zur eigentlichen Krebserkrankung weiterentwickeln. Diese Vorstufen kann man an Abstrichen erkennen und dann beseitigen, bevor die Krebserkrankung ausbricht. Die wichtigste Krankheitsursache sind Papillomviren. In den Zellen der Vorstadien findet man aber auch eine ganze Reihe von Genveränderungen. Dies ist möglicherweise bereits in sehr frühen Vorstadien der Fall, in denen wegen des geringen Risikos einer bösartigen Weiterentwicklung noch kein operativer Eingriff indiziert ist. Solche Genveränderungen ermöglichen unter Umständen eine Aussage über den zukünftigen Krankheitsverlauf. Dr. Claudia Backsch, Prof. Matthias Dürst und Prof. Ingo B. Runnebaum konnten selbst zwei Gene namens SORBS2 und HOPX identifizieren, die in Zervixkarzinomzellen sehr viel weniger aktiv sind als in Normalgewebe; ersten Befunden zufolge handelt es sich demnach um "Tumorsuppressorgene", d. h. um Gene, die in normalen Zellen die unkontrollierte, krebsartige Vermehrung unterdrücken.
Im Rahmen der Pilotstudie untersuchen die Wissenschaftler an Zervix-Abstrichmaterial von zunächst 30 Patientinnen, ob SORBS2 und HOPX sich als Marker für die Prognose des weiteren Krankheitsverlaufs eignen. Interessant sind dabei insbesondere die Frühstadien, in denen die Zellen äußerlich nur geringfügig verändert sind.
Insgesamt möchte das Forscherteam klären, ob SORBS2 und HOPX sich als neue Marker eignen, die an Routine-Abstrichmaterial eine Aussage über den weiteren Krankheitsverlauf der Zervixkarzinom-Vorstufen bis hin zum Zervixkarzinom ermöglichen.